Zusammenfassung

Zika– , Dengue– (und Chikungunya-) Fieber sind (Flavi-) Viruserkankungen mit kurzer Inkubationszeit (von einigen wenigen Tagen) und akuten Symptomen wie nachfolgend beschrieben während/ nach Reisen in tropische Länder. Vorsicht bei Fieber, solange eine Malaria nicht  ausgeschlossen ist!

Tigermücken (Bild links, Gatttung Aedes albopticus) können Viren beim Blutsaugen auf den Menschen übertragen. Nach wenigen Tagen  führt die Erkrankung zu Fieber, Kopfweh, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen – schwellungen und Blutungen.
Seit 2015 wurden in Ozeanien und in Südamerika zunehmend Infektionen mit dem „Zikavirus“ beobachtet. Aufgrund von gehäuften Fehlbildungen bei Neugeborenen mit Mikrocephalie (Schädelkleinwuchs) in Gebieten mit Zikavirusinfekten ist ein  Zusammenhang mit dieser Infektion erwiesen.
Schwangeren wird von Reisen in Gebiete mit aktiver Zika Uebertragung abgeraten.

Zika Virus Infektion  

Eine Infektion mit Zika Virus ist  bei Schwangeren  gehäuft mit „Mikrocephalie“ (Schädelkleinwuchs) verbunden.  Allen Schwangeren und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, wird von einer Reise in Gebiete mit aktiver Uebertragung von Zikaviren (rote Gebiete) abgeraten.
Das Risiko einer Infektion für Länder in Asien und Afrika, welche nicht unter „hohem Risiko“ angegeben sind, wird als sehr klein beurteilt. Schwangeren wird weiterhin abgeraten, in Zika-Endemiegebiete zu reisen.

Vorbeugung für Reisende in Gebiete mit aktiver Transmission: (rote Gebiete)

Mückenschutz tag und nachts („Repellentien“ (DEET haltig), langärmelige Kleider, geschlossene Schuhe, Moskitonetze).
Für Frauen: Schutz vor Schwangerschaft ca. 6 Monate bis nach der Reise, für Männer: geschützter Geschlechtsverkehr für 6 Monate.
Uebertragung: durch Aedes Mücken (Tigermücken), sexuelle Uebertragung und durch Bluttransfusion, Inkubationszeit: kurz; ca 3 bis 14 Tage
Krankheitsbild: häufig milde Symptome: Fieber, Augenrötung, Schmerzen in Gelenken und Muskeln, Kopfweh, Hautausschlag. Fieber und weitere Symptome können auch fehlen trotz Zika Infektion.
Therapie: Fiebersenkung wie z. Bsp. Paracetamol. Impfung: nicht verfügbar.
Anzahl Zika Fälle in der Schweiz (Quelle BAG): Woche 33/2017-Woche 32 2018: 13Fälle; Woche 33/2016-Wo32 2017:32 Fälle, als gut 10 mal weniger häufig als Malaria
Diagnostik:  (für Aerzte)   mehr  (12/ 2017)

Länderliste 

mit „Current Zika virus transmission (ECDC), 21.12.2017

Länderkarte

mit aktivem Zikavorkommen (ECDC, Karte 19.12.2017)

rot markiert:      hohes Risiko, aktive Uebertragung: 
gelb markiert     moderates Risiko einer Uebertragung

blau markiert:   unterbrochene Uebertragung: geringes Risiko
grau markiert   gering bis sehr geringe Risiko

 

Länderkarte

mit Zika Uebertragung in den letzten 9 Monaten (ECDC)
Countries and territories are removed from this list if no new evidence of Zika virus transmission is provided within nine months.

World Map

of Areas with Risk of Zika (CDC – Centers for Disease Control and Prevention)

Dengue Fieber 

In dem meisten tropischen Ländern in Südostasien (Thailand, Indien, Indonesien, Sri Lanka,etc); Mittel- und Südamerika / Karibik (Brasilien, Dominik. Republik, Ecuador, Kuba, Mexiko, Costa Ria) ; Pazifischer Raum;  Afrika (Westafrika,Ostafrika, Reunion, Seychellen), Europa: selten; Schweiz: selten, Griechenland

Karte  Denguevorkommen  (Quelle: WHO 2013)

Chikungunya

Vorkommen in  Indien, Sri Lanka, den Malediven, La Réunion, Südostasien (Indonesien, Singapour, Malaysia, Thailand), Afrika, mittlerer Osten, Australien 2007 auch in (Ober)Italien.

Karte  Vorkommen Chikungunya (Quelle: CDC , Dez 2014)

Inkubationszeiten

Beim Dengue Fieber ca 3 bis 15 Tage, beim Chikungunya ca. 1 bis 12 Tage, beim Zika Fieber ca. 3 bis 14 Tage

Wann denkt Ihr (Haus)arzt an diese Krankheiten

wenn Sie „endemische“ Länder besucht haben (mit Vorkommen dieser Viren) und wenn sie an Fieber und weiteren für die Krankheiten typischen Symptomen erkranken innerhalb der kurzen Inkubationszeit (bis 2 Wo nach Rückkehr)

Welche weiteren Krankheiten kommen in Betracht

Malaria!
Typhus, Amöbenbefall, Harnwegsinfekt, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, HIV, hämorrhagische Fieber…

Wie werden Dengue und Chikungunya Fieber nachgewiesen?

Denguefieber:  Antikörpernachweis im Serum, Antigennachweis im Serum bis zum 21. Krankheitstag (NS Antigen)
Chikungunya:  Antikörper im Serum  PCR (EDTA Blut)

Wie kann man vorbeugen?

Durch Mückenschutz tagsüber und nachts (Repellentien).

Therapie

Symptomatisch mittels Fiebersenkung und Schmerzstillung (Paracetamol).
Es sollen keine Azetylsalicylsäure haltigen Medikamente (Aspirin, Aspegic, Aspirin cardio, weitere) eingenommen werden.  Eine Impfung ist in der Schweiz noch nicht verfügbar.

Kommentar

Dengue Fälle nehmen weltweit  zu. Dies gilt auch für andere mückenübertagene Krankheiten wie Zika und Chikungunya Fieber.
Alle bis jetzt in der Schweiz registrierten Fälle (Dengue jährlich 100 -200 Reisende, Zika rund 50 Fälle im 2016, Chikungunja deutlich seltener) haben sich im Ausland angesteckt. Auch wenn sich die Tigermücke (Aedes albopticus) in der Schweiz etablieren konnte, ist das Risiko einer Uebertragung  der obig genannten Krankheiten innerhalb der CH gering!

Dengue-und Chikungunya Fieber in der Allgemeinpraxis  (J.Blum, C. Hatz Schweiz Med Forum 2009;9  (35):610)

© OSIR  –  12.8.2018 -GHeeb